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Gartenzwerg trifft Buddha: Asiatischer Garten in heimischen Gefilden

Das heute vorgestellte Projekt der Baumschule Bösl ist in vielen Bereichen ambitioniert und zeigt eindrucksvoll, dass ein eigener Traumgarten mit der richtigen Planung immer realisiert werden kann. Gestaltungsziel war in diesem Fall ein signifikanter Stilwechsel von einem spärlich genutzten, leicht verwilderten Garten hin zu einem Zen Garten mit einer großen Wasserfläche und deutlich mehr Raum zum Entspannen. Besondere Herausforderungen bestanden im Abriss der alten Garage und dem zwingenden Erhalt einer Wandseite, da diese für das Nachbargrundstück benötigt wurde. Ebenfalls aufwendig war die Umpflanzung großer Solitärgehölze, um diese wertvollen Pflanzen erhalten zu können und sie dennoch stimmig in das neue Gartenkonzept zu integrieren.

Wasser spielt bei der asiatischen Gestaltung eine entscheidende Rolle. Der vorgestellte Garten setzt auf einen L-förmigen Teich, der von entsprechender Vegetation umfasst ist.

Japanische Gartengestaltung im Trend

Asiatische Einflüsse halten auch bei uns in immer mehr Gärten Einzug. Diese Gärten fungieren als grünes Refugium und sind ein Ort der Entspannung und Ruhe. Dabei spielt Wasser eine entscheidende Rolle, entweder in Form von Teichen und Wasserspielen oder kunstvoll durch Steinbeete simuliert. Der vorgestellte Garten setzt auf einen L-förmigen Teich, der von entsprechender Vegetation umfasst ist. Besonders auffallend ist der direkt am Wasser platzierte rote Schlitzahorn, der in Japan häufig vorkommt. Die kunstvoll geschnittenen Bäume sind mit der ebenfalls aus Japan stammenden „Niwaki“-Technik in Form gebracht worden. Dazu müssen nicht zwingend typisch asiatische Gehölze im Garten sein, hier geht es lediglich um Forum und Ausdruck der Pflanze. Dieser Gedanke spielt ebenfalls bei Bonsais die entscheidende Rolle. Der Teich selbst wurde mit mehreren Quellsteinen versehen. Sie sorgen als Stilmittel eines Asia Gartens für eine beruhigende Akustik und beleben die Szenerie sanft durch die Bewegung des Wassers.

Der wenige Meter breite Streifen

wirkt durch die Neustrukturierung

viel größer als er eigentlich ist.

Es wurden verschiedene Stilelemente zur Auflockerung des Gartenbildes eingesetzt. Durch die Neustrukturierung wurde optisch mehr Raum geschaffen. Das Grün der Beete und Vegetation bildet einen deutlichen Kontrast zu den hellen Terrassenplatten.

Räume gezielt gestalten und dadurch Größe schaffen

Die bewusste Gestaltung des Raums ist deutlich an der schmalen Hausseite erkennbar: Der wenige Meter breite Streifen wirkt durch die Neustrukturierung viel größer als er eigentlich ist. Die hellen Terrassenplatten bilden einen deutlichen Kontrast zu den Beeten und dem Grün der Vegetation. Der Blick durch diesen neu geschaffenen Korridor reicht bis an die Wasserfläche, die durch ihre Eckposition somit von zwei Seiten nutz- und einsehbar ist. Neben den bodennahen Gewächsen sorgen höhere Stauden wie Hortensie und Hibiskus sowie mehrere Kugelakazien für Abwechslung auf verschiedenen Ebenen. Diese Elemente lockern das Bild deutlich auf und schaffen gefühlt mehr Raum.

Alte Formen in Neues verwandeln

Bei der Neugestaltung gab es neben den üblichen räumlichen Vorgaben des circa 800m² großen Grundstücks noch zwei weitere Faktoren, die die Umsetzung zu einer Besonderheit machten. Zum einen gab es wertvolle Solitärgehölze, die umgesetzt werden mussten. Die Schwierigkeit dieses Vorgangs hängt stark vom Alter der Pflanze ab und ob es sich um Flach- oder Tiefwurzler handelt. Als Faustregel gilt, dass man Bäume bis zu einer Standzeit von vier Jahren noch verpflanzen kann. Die zweite Besonderheit war die neue Garage, die aber eine Wandseite der alten Garage behalten musste, da diese mit dem Nachbargrundstück verbunden war. Die neue Garage passt sich vom Stil her dem neuen Garten an und wurde zusätzlich durch eine extensive Dachbegrünung verschönert. Der Vorteil dieser Form der Dachbegrünung liegt im sehr niedrigen Pflegeaufwand und der dennoch schönen Optik im Vergleich zu einem gewöhnlichen Dach.