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Ein harmonischer Garten mit Kies

Kiesgärten erfreuen sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Kein Wunder, sind sie doch relativ pflegeleicht, oft günstiger als Betonplatten und bringen einen modernen Stil in den eigenen Garten. Außerdem bieten verschiedenen Steinformen und –farben einen großen Gestaltungsspielraum. Was man bei der Planung, Bepflanzung und Pflege beachten muss und wie Sie einen Kiesgarten oder ein Kiesbeet anlegen erklären wir Ihnen hier.

So legen Sie einen Kiesgarten an

Ein Kiesgarten im Aufbau

Eins ist klar: Kiesbeete- und gärten können nur dann ihre volle ästhetische Wirkung entfalten, wenn Sie ein harmonisches Gesamtbild ergeben und vor allem richtig geplant werden. Dabei ist zu beachten, dass Kiesgärten für Hänge ungeeignet sind und für eine spätere Bepflanzung ein möglichst warmer Ort gewählt werden sollte. Auch der Pflegeaufwand ist bei einem Kiesgarten, Kiesbeet oder Steinbeet nicht völlig zu unterschätzen. Generell gibt es bei Kiesgärten viele verschiedene Herangehensweisen. Eine einfache Variante ist der „unechte“ Kiesgarten. Bei diesem wird zunächst die Fläche für den Kiesgarten präpariert. Diese muss gejätet und anschließend geebnet werden. Jetzt wird ein UV-beständiges und wasserdurchlässiges Vlies ausgelegt, welches das Wachstum von Unkraut vermeidet. Wichtig ist, dass das Vlies an allen Stellen dicht ist. Verschiedene Einzeleile müssen also verbunden und befestigt werden. Wenn Sie sich dafür entscheiden, Pflanzen im Kiesbeet oder Kiesgarten einzusetzen, können Sie das Vlies nachträglich einschneiden. Diese Herangehensweise reicht aber nur für den einfachen ästhetischen Aspekt. Ein „echter“ Kiesgarten erfordert mehr Einsatz. Bei diesem wird zusätzlich zunächst der Mutterboden bis ca. 30 cm tief entnommen und in einem Mischverhältnis von 1:1 mit Kies und Schotter vermischt. Danach wird die Fläche wieder zu zweidritteln aufgefüllt und nun auch hier ein Vlies verlegt und für die Pflanzen eingeschnitten. Das alles dient zur Vorbereitung des Bodens für die Pflanzen, die üblicherweise in Kiesgärten zum Einsatz kommen. Danach werden die Pflanzen gesetzt und der Rest mit Kies aufgefüllt.

Ansicht eines Kiesgarten im Vorgarten

Große Auswahl für viel Gestaltungsspielraum

Welcher Kies zum Einsatz kommt ist Geschmackssache. Je nachdem, ob Sie es lieber elegant, warm oder gemütlich haben möchten, können Sie aus einem großen Angebot aus verschiedenen Korngrößen und Farbtönen auswählen. Eine mediterrane Stimmung erzeugen Sie z.B. mit rötlichem Kiesel. Heller Marmorkies vermittelt eher ein klassisches Flair, das besser zu weißen Hauswänden passt. Haben Sie aus der großen Auswahl von Steinen für eine bestimmte Art entschieden, können Sie über die richtige Bepflanzung nachdenken. Auch hier ist die Auswahl groß, denn geeignete Pflanzen für Steingärten gibt es viele. Bestimmte Pflanzenarten, sind schon von Natur aus mit den richtigen Eigenschaften für den Einsatz im Kiesgarten oder Kiesbeet ausgestattet. Hier ist es wichtig zu prüfen, welche Pflanzen trockenheitsresistent sind und mit hohen Temperaturen zurecht kommen. Am besten eignen sich deshalb Pflanzen, die ursprünglich in der Steppe oder im Mittelmeerraum beheimatet sind. Als Kräuter sind generell vor allem Thymian, Lavendel oder Rosmarin eine gute Wahl. Auch Präriestauden haben alle nötigen Voraussetzungen um sich im Kiesgarten wohlzufühlen. Hier können sie auch mit Hochlandastern und Sonnenhutsorten arbeiten. Wer schon im Frühjahr einen vitalen Kiesgarten genießen möchte, pflanzt Kaiserkrone, Zierlauch und Wildtulpen. Auch Gräser haben einen besonderen Charme – hier sind z.B. Federgras oder verschiedene Schwingelarten bestens geeignet. Prädestiniert sind außerdem verschiedene Wolfsmilchssorten, da Sie ursprünglich aus trockenen Regionen kommen. Für einen japanischen Garten können Sie als zusätzlichen Sichtschutz Bambus oder Holz verwenden.

Kiesgarten mit Pflanzen

Auch Kiesgärten brauchen Pflege

Wie schon erwähnt gilt ein Kiesgarten als sehr pflegeleicht. Die richtige Pflanzenwahl reduziert das Gießen auf ein Minimum, was die Bewässerung vorrangig nur im Sommer nötig macht. Aber auch Kiesgärten kommen nicht ganz ohne weitere Pflege aus. Denn durch Laub oder andere Pflanzenreste kann sich schnell ein feiner Humus auf den Steinen bilden, der wiederrum Unkrautwuchs hervorruft. Deshalb ist eine regelmäßige Bearbeitung mit einem Rechen oder Laubbläser unumgänglich. Sollte sich Moos auf den Steinen gebildet haben, sollten Sie nicht zu lange zögern und zu einem geeigneten Pflege- oder Unkrautmittel greifen. So können Sie gewährleisten, dass Sie noch lange Spaß an Ihrem schönen Kiesbeet oder Kiesgarten haben. 

Wo Kies noch gut zur Geltung kommt

Ansicht eines Kiesgarten der zum Kiesweg umfunktioniert wurde

Allerdings kann man Kies nicht nur für Gärten und Beete verwenden – auch Kieswege haben ihren ganz eigenen Reiz und können zum stilsicheren Highlight jeden Gartens werden. Dafür müssen Sie zunächst die oberen 10 – 15 cm des Wegbodens abtragen. Jetzt sollten Sie den Weg mit Randsteinen begrenzen, um die richtige Basis für den Kiesweg zu legen. Müssen Sie eine Schicht mit Schotter einfüllen und diese am besten mit einem Rüttler verdichten und befestigen. Wie schon beim Garten wird jetzt ein wasserdurchlässiges Vlies verlegt und mit dem Kies aufgefüllt. Damit Regenwasser nicht stehen bleibt, sollte der Weg zu den Seiten hin leicht abfallen. Jetzt ist der ideale Hingucker für Ihren Garten oder ihren Weg zur Haustür auch schon fertig.